WeMetBio2: E-Methanpilotprojekt für die Energiewende erhält Baugenehmigung

Im Projekt WeMetBio2 konnten zwei wichtige Meilensteine erreicht werden: sowohl die Baugenehmigung als auch die Auftragsvergabe zur Errichtung einer Demonstrationsanlage in Nordhackstedt liegen vor. Die Anlage zur biologischen Methanisierung im GICON-Rieselbettverfahren soll nicht genutzte Energie aus Wind- oder Solaranlagen zur Erzeugung von „grünem“ Methan nutzen. Dieses E-Methan bietet den entscheidenden Vorteil, dass es im Erdgasnetz - dem größten Energiespeicher Deutschlands - auch längerfristig zwischengespeichert und verteilt werden kann. Gleichzeitig wird CO2 verwertet und Prozesswärme für andere Vorhaben bereitgestellt. GICON fungiert als Patentinhaber und Technologieanbieter und steuert die Planungsleistung bei. Die Fertigstellung der deutschlandweit ersten Anlage in dieser Größenordnung ist für Ende 2026 vorgesehen. Das Projekt soll nach der Inbetriebnahme Erfahrungen im laufenden Betrieb generieren und gleichzeitig als Demonstrationsanlage dienen.

Was ist WeMetBio2?

WeMetBio2 steht für die „Bedarfsgerechte Speicherung fluktuierender erneuerbarer (Wind-) Energie durch integration der biologischen Methanisierung im Rieselbettverfahren im Energieverbund in Schleswig-Holstein“. Die Umsetzung des Projektes erfolgt in Zusammenarbeit mit der Hochschule Flensburg, der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg und der Nissen Biogas GmbH&Co.KG. Zum Projekt gehören neben der Planung, der Errichtung und dem Betrieb der biologischen Methanisierungsanlage auch die ökonomische und ökologische Bewertung im lokalen Energieverbund. Die Ergebnisse sind insbesondere für folgende Zielgruppen von Interesse: Wärme-, Strom- und Gasnetzbetreiber, Betreiber von PV- und Windkraftanlagen, Wasserstoff- und Biogasproduzenten, Betreiber von Kläranlagen und Deponien sowie CO-Emittenten. Bestehende Biogas- oder Windkraftanlagen, die aus der Förderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) gefallen sind, können mit dieser Technologie aufgewertet werden.

Vorteile für die Energiewende

  • Erneuerbare Energie, die in den Sommermonaten gewonnen wird, kann netzdienlich zur Gasversorgung auch in den Wintermonaten sowie in Zeiten der sogenannten Dunkelflaute genutzt werden
  • Bereitstellung von E-Methan mit einer im Vergleich zu Wasserstoff um den Faktor 3,3 bis 4 höheren volumenbezogenen Energiedichte
  • Nutzungsoption als E-Fuel z.B. im landwirtschaftlichen Verkehrssektor
  • Kopplung der Energiesektoren und Nachnutzung bestehender Infrastrukturen wie Gasnetze und Biogasanlagen
  • Bereitstellung von Wärme
  • Bindung von CO₂ statt Abscheidung
  • Reduktion der Treibhausgasemissionen durch Substitution fossiler Energieträger